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Fast jeder Zweite sorgt sich um die Wohnkosten – und das ist erst der Anfang

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40 Prozent der Deutschen können sich einer Umfrage zufolge ihre Miete oder Eigenheimkosten noch „gerade so“ leisten. Ein Bau-Experte sagt: „Wir werden uns an viel höhere Mieten gewöhnen müssen.“

Hohe Wohnkosten in Deutschland belasten laut einer Umfrage fast die Hälfte der Bevölkerung. Bei einer YouGov-Onlinebefragung im Auftrag der Postbank gaben 40,5 Prozent der Teilnehmenden an, sie könnten ihre Wohnkosten „gerade so“ noch stemmen. Weitere 7,4 Prozent erklärten, sie seien mit ihren aktuellen Wohnkosten überfordert. Besonders Haushaltsenergie belastet: Im August 2023 lagen die Preise 56 Prozent höher als noch 2020.

Kaufpreise stagnieren, Mieten steigen

Zwar sind die Immobilienpreise infolge gestiegener Zinsen leicht rückläufig, doch die Mieten ziehen weiter an. Viele, die aufgrund hoher Baukosten oder Finanzierungshürden auf einen Immobilienkauf verzichten müssen, drängen nun auf den angespannten Mietmarkt.

Weniger Einkommen, mehr Sorge

Vor allem Menschen mit einem monatlichen Nettohaushaltseinkommen unter 2.500 Euro empfinden ihre Wohnkosten als zu hoch. In dieser Gruppe machen sich 62,4 Prozent ernsthafte Sorgen um die finanzielle Belastung. Immobilienexperte Manuel Beermann von der Postbank warnt: „Zusammen mit den gestiegenen Lebenshaltungskosten bringt das viele an ihre Belastungsgrenze.“

Höhere Mieten als neue Realität?

Der Projektentwickler Ingo Weiss äußerte im Gespräch mit n-tv: „Mieten werden mit Sicherheit nie wieder sinken.“ Ein hoher Wohnstandard habe seinen Preis. Politik könne helfen, etwa durch niedrigere Grunderwerbssteuern oder schnellere Genehmigungsverfahren. Die Bevölkerung müsse jedoch ihre Erwartungen anpassen: kleinere Wohnungen statt großzügiger Grundrisse könnten künftig die Norm sein.

Eigentum bleibt Wunsch, aber oft unerreichbar

Viele Mieterinnen und Mieter zeigen sich laut Umfrage unzufriedener mit ihrer Wohnsituation als Eigentümer. Fast die Hälfte (46,3 Prozent) würde lieber im Eigentum wohnen. Doch zahlreiche Hürden stehen dem entgegen: fehlendes Eigenkapital (55,1 Prozent), hohe Erwerbs- und Finanzierungskosten (42,7 bzw. 40,9 Prozent) sowie ein knappes Angebot (16,9 Prozent) sind die Hauptgründe. Zusätzlich geben 21,6 Prozent an, zur Miete zu wohnen, um flexibel zu bleiben. 21,5 Prozent fürchten finanzielle Einbußen beim Immobilienkauf.

Repräsentative Ergebnisse

Die Umfrage zur Wohnzufriedenheit wurde zwischen dem 11. und 13. August 2023 durchgeführt. Insgesamt nahmen 2.051 Personen ab 18 Jahren teil. Die Ergebnisse wurden gewichtet und gelten laut YouGov als repräsentativ für die deutsche Bevölkerung.