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Mieten steigen deutlich schneller als die Einkommen

Wer in einer deutschen Großstadt eine neue Wohnung sucht, muss immer mehr Geld einplanen. Während die Reallöhne in den vergangenen drei Jahren nur leicht gestiegen sind, haben sich die Angebotsmieten vielerorts deutlich stärker erhöht. Das zeigt der aktuelle Mietkompass des Immobilienportals Immowelt.

Seit 2023 sind die Angebotsmieten in zahlreichen Großstädten zweistellig gestiegen. Den stärksten Anstieg verzeichnet Hamburg mit einem Plus von 20,2 Prozent. Es folgen Dresden mit 18 Prozent sowie Frankfurt am Main mit 17,7 Prozent.

Dem gegenüber steht ein Anstieg der Reallöhne von lediglich 5,1 Prozent. Damit wachsen die Mieten nahezu viermal so schnell wie die Einkommen. Für viele Haushalte bedeutet das, dass ein immer größerer Teil des monatlichen Budgets für das Wohnen aufgewendet werden muss.

München bleibt Spitzenreiter

Die höchsten Angebotsmieten werden weiterhin in München verlangt. Dort kostet eine neu angebotene Wohnung im Durchschnitt 21,44 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter. Für eine 75 Quadratmeter große Wohnung ergibt sich daraus eine monatliche Mehrbelastung von rund 218 Euro gegenüber dem Niveau vor drei Jahren.

Auch in Frankfurt am Main und Hamburg sind die Mietpreise deutlich gestiegen. Gleichzeitig holen bislang günstigere Städte auf. So legten die Angebotsmieten in Duisburg um 16 Prozent und in Essen um 15,4 Prozent zu.

Berlin gehört inzwischen zu den teuersten Städten

In Berlin fiel der Anstieg mit 11,9 Prozent zwar geringer aus als in vielen anderen Großstädten. Mit einer durchschnittlichen Angebotsmiete von 14,39 Euro pro Quadratmeter zählt die Hauptstadt inzwischen dennoch zu den vier teuersten Wohnungsmärkten Deutschlands.

Da die Einkommen in Berlin unter dem Bundesdurchschnitt liegen, trifft der Mietanstieg viele Haushalte besonders stark.

Wohnraummangel bleibt das zentrale Problem

Ein Ende der Preisentwicklung ist derzeit nicht in Sicht. Als Hauptursache gilt weiterhin der erhebliche Wohnungsmangel. Hohe Baukosten, gestiegene Finanzierungskosten sowie langwierige Genehmigungsverfahren bremsen den Wohnungsneubau.

Im Jahr 2025 wurden bundesweit lediglich rund 206.600 Wohnungen fertiggestellt – rund 18 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit bleibt Deutschland deutlich hinter dem Ziel der Bundesregierung zurück, jährlich 400.000 neue Wohnungen zu schaffen.

Entspannung ist vorerst nicht zu erwarten

Solange zu wenige neue Wohnungen entstehen und die Nachfrage insbesondere in den Ballungsräumen hoch bleibt, dürfte der Druck auf den Mietmarkt anhalten. Für Wohnungssuchende bedeutet das weiterhin steigende Mietpreise und einen immer größeren Anteil der Wohnkosten am verfügbaren Einkommen.