Die Kosten fürs Wohnen belasten die Haushalte in Deutschland weiterhin erheblich. Nach einer Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) entfielen im Jahr 2024 durchschnittlich 23,3 Prozent der gesamten Konsumausgaben auf Miete, Nebenkosten oder selbst genutztes Wohneigentum. Damit bleibt das Wohnen der größte Einzelposten im Haushaltsbudget.
Im Vergleich zu den Vorjahren hat sich der Anteil der Wohnkosten nur geringfügig verändert. 2022 lag er bei 23,5 Prozent, 2021 bei 25,1 Prozent und 2019 bei 23,4 Prozent. Deutschland bewegt sich damit im europäischen Durchschnitt.
Innerhalb der Europäischen Union bestehen allerdings deutliche Unterschiede. Während Haushalte in Tschechien mit rund 32 Prozent den höchsten Anteil ihres Budgets für das Wohnen aufbringen müssen, liegt Kroatien mit 14,4 Prozent am unteren Ende der Skala.
Immobilienpreise dürften weiter steigen
Nach Einschätzung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) werden die Preise für Wohnimmobilien im laufenden Jahr voraussichtlich um rund drei Prozent steigen. Hauptursache bleibt das knappe Angebot an Wohnraum.
Der Wohnungsneubau kommt nach wie vor nur schleppend voran. Nach Angaben des BVR wird lediglich rund 58 Prozent des tatsächlichen Bedarfs an neuen Wohnungen gedeckt. Gleichzeitig entstehen viele Neubauten in Regionen mit sinkender Bevölkerungszahl, während in den Ballungsräumen weiterhin erheblicher Wohnraummangel herrscht.
Wohneigentum wird für viele unbezahlbar
Zwischen 2018 und 2025 sind die Preise für selbst genutztes Wohneigentum bundesweit rund sieben Prozent stärker gestiegen als die verfügbaren Einkommen. Besonders ausgeprägt ist diese Entwicklung in Süddeutschland, im Berliner Umland, im Großraum Hamburg, rund um Frankfurt sowie in Teilen Nordrhein-Westfalens.
Anders stellt sich die Situation in vielen Regionen Ostdeutschlands dar. Dort haben sich die verfügbaren Einkommen teilweise stärker entwickelt als die Immobilienpreise.
Junge Familien haben es besonders schwer
Nach Einschätzung des BVR bleibt der Erwerb von Wohneigentum für viele junge Haushalte kaum noch aus eigener Kraft erreichbar. Häufig seien Erbschaften, Schenkungen oder finanzielle Unterstützung durch die Familie notwendig, um den Traum vom Eigenheim verwirklichen zu können.
Um den Erwerb von Wohneigentum wieder zu erleichtern, fordert der Verband unter anderem niedrigere Kaufnebenkosten. Als wichtige Maßnahme wird eine Entlastung bei der Grunderwerbsteuer genannt, von der insbesondere Familien profitieren könnten.
Wohnraummangel bleibt zentrale Herausforderung
Solange zu wenige neue Wohnungen entstehen und die Nachfrage insbesondere in den Großstädten hoch bleibt, dürfte sich an der angespannten Lage auf dem Immobilienmarkt wenig ändern. Für viele Haushalte bedeutet das weiterhin steigende Wohnkosten und erschwerte Bedingungen beim Kauf einer eigenen Immobilie.