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Mehrgenerationenwohnen: Zusammenleben mit Zukunft

Mehrgenerationenwohnen ist ein Wohnkonzept, das zunehmend an Bedeutung gewinnt. In Zeiten des demografischen Wandels und veränderter Familienstrukturen suchen viele Menschen nach neuen Formen des Zusammenlebens.

Das Zusammenleben verschiedener Altersgruppen unter einem Dach kann nicht nur soziale Isolation im Alter verhindern, sondern auch den Alltag für Familien und Alleinstehende erleichtern.

Sich gegenseitig helfen

Beim Mehrgenerationenwohnen leben mindestens drei Generationen in einem Wohnprojekt – nicht zwangsläufig miteinander verwandt, aber gemeinschaftlich verbunden. Die Bewohner unterstützen sich gegenseitig im Alltag: Ältere Menschen bieten Erfahrung und häufig auch Zeit für Kinderbetreuung, während Jüngere bei Besorgungen oder technischen Fragen helfen können. Durch gemeinsame Flächen, Aktivitäten und einen strukturierten Austausch entsteht eine soziale Gemeinschaft, die den Bedürfnissen aller Generationen gerecht werden soll.

Architektur für das Miteinander

Eine durchdachte bauliche Planung ist entscheidend. Barrierefreiheit und flexible Grundrisse gehören ebenso dazu wie Gemeinschaftsräume und Freiflächen, die Begegnungen fördern. Projekte wie der „Kennedy Garden“ in Wien oder „Haus im Leben“ in Innsbruck setzen solche Konzepte bereits um – mit Aufenthaltsräumen, Werkstätten und Gemeinschaftsgärten. Wichtig ist, dass mögliche Konfliktpotenziale schon in der Planungsphase erkannt und berücksichtigt werden.

Erfolgsmodell mit sozialem Anspruch

„Haus im Leben“ ist ein österreichisches Projekt, das den sozialen Charakter des Mehrgenerationenwohnens besonders betont. Die Wohnverteilung folgt einem klaren Schlüssel: Je ein Drittel der Wohnungen sind für unter 40-Jährige, 40- bis 60-Jährige sowie über 60-Jährige vorgesehen. Das fördert ein ausgewogenes Miteinander. Zusätzlich sorgt eine Wohnbegleitung für die Organisation von Aktivitäten und Unterstützung im Alltag.

Genossenschaftliche Ansätze in Deutschland

In Deutschland arbeitet etwa die MARO-Genossenschaft an ähnlichen Konzepten. Ihre Projekte kombinieren barrierefreies Bauen mit gemeinschaftlichem Wohnen. Gemeinschaftsräume werden gezielt so gestaltet, dass sie einladend und funktional zugleich sind – beispielsweise mit direktem Zugang zu Gärten oder Terrassen. Auch Gästezimmer, Hochbeete oder kleine Werkstätten gehören zum Konzept. Trotz finanzieller Herausforderungen bleibt die Nachfrage hoch.

Städtebauliche Perspektiven

Städte wie Wien berücksichtigen das Mehrgenerationenwohnen bereits in der Quartiersplanung. In der Seestadt Aspern entsteht das Projekt „Seecarré“ mit rund 370 geförderten Wohnungen, die auf altersfreundliches und sozial durchmischtes Wohnen ausgelegt sind. Neben einem eigenen Energienetz werden hier auch generationengerechte Grünräume geschaffen – von Ruhezonen bis zu Spielplätzen.

Isolation im Alter reduzieren

Mehrgenerationenhäuser können soziale Isolation im Alter reduzieren, junge Familien entlasten und das Miteinander fördern. Wichtig für den Erfolg solcher Wohnformen ist neben einer durchdachten Architektur auch eine lebendige Nachbarschaftskultur. Die wachsende Zahl entsprechender Projekte zeigt, dass dieses Wohnmodell nicht nur zukunftsfähig, sondern vielerorts bereits gelebte Realität ist.